Die Erstellung der Treibhausgasbilanz dient dazu, wesentliche Emissionsquellen zu identifizieren und die Erfolge aller Klimaschutzmaßnahmen quantitativ zu bewerten sowie transparent den derzeitigen Zustand abzubilden. Langfristig gesehen ist sie ein wichtiges Instrument der Erfolgskontrolle auf dem Weg zur angestrebten Treibhausgasneutralität der Leibniz Universität. Sie wird im Klimaschutzkonzept der Leibniz Universität als Maßnahme 31 aufgeführt.
Die Treibhausgasbilanz der LUH ist an das Greenhouse Gas Protocol (GHG Protocol) angelehnt. Dabei handelt es sich um eine standardisierte Methode der Treibhausgasbilanzierung, wobei die Emissionen in drei Bereiche (Scopes) kategorisiert werden. Scope 1 stellt direkte Emissionen dar, Scope 2 beinhaltet indirekte Emissionen und Scope 3 eine ganze Reihe sonstiger indirekter Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen, die in Zusammenhang mit unseren Aktivitäten außerhalb der Universität entstehen. Der bilanzielle Rahmen wurde so gezogen, dass sämtliche Energieverbräuche der Drittnutzer keine Berücksichtigung finden. Unter anderem betrifft das in größerem Umfang die Stiftung TIB sowie die Nutzungsbereiche des Studentenwerks.
Betrachten wir die zuvor stehende Grafik könnte der Schluss naheliegen, dass die Leibniz Universität im Jahr 2024 mehr CO2-Emissionen erzeugt hat als im Vorjahr. Dies ist allerdings nicht ganz richtig. Das eigentliche Problem beim Erstellen einer THG-Bilanz ist die Datenverfügbar für die Zusammenstellung der Scope 3-Emissionen. Durch das Erschließen neuer Datenquellen wird der Bilanzrahmen sowie die Transparenz kontinuierlich erhöht und sich den tatsächlich erzeugten Emissionen der LUH angenähert.
Erstmalig wurden in der THG-Bilanz 2024 die Emissionen für die Pendelmobilität der Mitarbeitenden und Studierenden berücksichtigt. Weiterhin wurden Daten zu zentralbeschafften Gütern wie EDV-Produkte, Büromöbel und Hygienepapier in die Bilanz aufgenommen. Allein diese beiden Positionen bilden einen Zuwachs von ca. 2000 t CO2eq im Jahr 2024.
Inhalte Scope 1-3
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Scope 1 - direkte Emissionen
Folgendes wurde berücksichtigt:
- Gasbezug
- Pellets
- Fuhrpark
- Kältemittel
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Scope 2 - indirekte Emissionen
Derzeit wird nach der marktbasierten Methode bilanziert. Durch diesen Ansatz wirkt sich die Umstellung von der konventionellen Stromerzeugung auf Ökostrom, die wir bereits im Jahr 2017 vollzogen haben, sehr positiv auf die Bilanz aus. Wodurch die CO₂-Belastung für einen Großteil des verbrauchten Stroms auf 0 gesetzt werden darf. Einzig der Standort „Campus Maschinenbau Garbsen (CMG)“ wurde bislang noch konventionell versorgt. Ab dem Jahr 2025 beziehen wir aber auch hier Ökostrom.
Zur besseren Vergleichbarkeit soll die Treibhausgasbilanz zukünftig um die standortbasierte Methode erweitert werden. In diesem Zusammenhang werden wir unsere Strommengen in einer gesonderten Aufstellung mit dem Emissionsfaktor für den deutschen Strommix bilanzieren.
Folgendes wurde berücksichtigt:- Strom
- Fernwärme
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Scope 3 - indirekte Emissionen aus vor- und nachgelagerten Prozessen
Folgendes wurde berücksichtigt:
- Gasbezug (Vorketten)
- Strombezug (Bundesstrommix-Vorketten)
- Strombezug (Ökostrom-Vorketten)
- Stromproduktion PV-Anlagen (Vorketten)
- Fernwärme (Vorketten)
- Peletts (Vorketten)
- Frischwasser & Abwasser
- Dienstreisen von Beschäftigten
- Auslandsaufenthalte von Studierenden
- Papier
- Abfall
- Zentralbeschaffte Büromöbel
- Zentralbeschaffte Laptops, Docking Stations, Monitore
- Zentralbeschaffte Reinigungsmittel
- Zentralbeschafftes Hygienepapier
- Zentralbeschafftes Flüssigstickstoff
- Pendelmobilität
Durch einen wachsenden Datenbestand, wird Scope 3 in den folgenden Jahren kontinuierlich weiterentwickelt.