©
pixabay.com
Der Gründerservice starting business unterstützt Studierende und wissenschaftliche Mitarbeitende bei der Gründung eines eigenen Startups bis hin zur abschließenden Ausgründung. Mittlerweile haben sich eine Vielzahl von Startups mit Nachhaltigkeitsbezug gegründet bzw. bereits ausgegründet. Inhalte sind teilweise nur auf deutsch verfügbar.
-
Crafting Future
Crafting Future wurde 2020 mitunter von Studierenden der Leibniz Universität gegründet und beschäftigt aktuell 18 Mitarbeitende. Dabei kommen alle aus den verschiedensten Studiengängen: BWL, Wirtschaftsinformatik, Sozialwissenschaften, Maschinenbau, International Business, Wirtschaftswissenschaften und Produktdesign.
Crafting Future entwickelt und produziert messbar nachhaltige Mehrwegprodukte aus Kunststoff - made in Germany. Das Startup hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kunststoff-Industrie zu hinterfragen und mit ihren nachhaltigen Alternativen den Müll und die Klimakrise zu bekämpfen. Ihre Ziele sind es, Stoffkreisläufe zu schließen und ein echtes Bowl-to-Bowl Recycling zu ermöglichen, sodass die Ressourcen immer wieder neu verwendet werden können. Sie wollen die Nutzung von Biokunststoffen vorantreiben, um eine nachhaltige Alternative zum Erdöl zu schaffen.
-
eco:fibr
Das damals ehrenamtliche Projekt "Musa Fibra", welches 2017 initiiert wurde, hat sich 2020 zum Start Up eco:fibr GbR weiterentwickelt. Die Ausgründung zur GmbH ist im Jahr 2022 geplant. Das Team besteht derzeit aus sieben Leuten, die unter anderem die Studiengänge Life Science, Wasser-, Umwelt- und Küsteningenieurwesen, Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften studiert haben. eco:fibr hat ein umweltfreundliches Verfahren zur Extraktion von Cellulose aus den Resten der Ananaspflanze entwickelt. Damit ist es möglich, nachhaltigen Zellstoff aus einem Abfallprodukt zu produzieren, welcher eine Alternative zu herkömmlichem Zellstoff aus Holzfasern darstellt.
Mit ihrer Mission "turning waste into purpose", möchte eco:fibr aktiv gegen eine Wegwerfkultur vorgehen, indem sie die bestehenden Reststoffe als Rohstoffe verwenden.
Langfristig möchte eco:fibr weltweit so viele Pflanzenreste wie möglich sinnvoll verwerten und der Papier- und Verpackungsindustrie zur Verfügung stellen.
-
Fenntec
Fenntec baut Roboter, die pestizidfrei Unkraut jäten. Diese sollen die vorherrschende umweltschädliche Art des Unkraut-Jätens mittels Spritzen von Herbiziden ersetzen. Durch die Roboter werden Bio-Lebensmittel günstiger, da das zeitaufwendige Jäten per Hand ersetzt werden kann. Derzeit fokussiert sich die GmbH auf die Zwiebelkultur. Bald sollen die Roboter ein Feld mit einer Fläche bis zu 40 Hektar bearbeiten können und großflächig in verschiedenen Kulturen bei Bio-Landwirten eingesetzt werden. Ein langfristiges Ziel ist außerdem die Autonomisierung ihrer Roboter. Die Fenntec GmbH wurde im Mai 2020 gegründet. Aktuell beschäftigt die GmbH vier Mitarbeitende, aus dem Fachbereich Informatik und Physik sowie Studierende der Studiengänge Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover.
-
HAIP Solutions
HAIP Solutions ist ein 2018 gegründetes Tech-Startup aus Hannover. Nach dem Motto „TechforGood“ entwickeln, produzieren und vertreiben sie nutzerorientierte Hyperspektral-Sensor-Lösungen für B2B-Kunden aus dem Bereich Land-/Forstwirtschaft, Forschung, Lebensmittelindustrie sowie Recycling und wollen so Technologie für sinnvolle Zwecke entwickeln. Diese speziellen Kameras bieten ganz neue Analysemöglichkeiten, wodurch im Bereich der Landwirtschaft oder Pflanzenzucht z. B. Pflanzenstress (bspw. Nährstoffmangel, Krankheiten, Trockenstress) detektiert werden kann, welcher für das menschliche Auge noch nicht sichtbar ist. Außerdem werden diese für die Sortiermaschinen im Recycling-Sektor eingesetzt, um z. B. verschiedene Kunststoffarten wie PE, PP oder PET voneinander zu trennen und so wieder Rezyklate herstellen zu können. Die Lebensmittelindustrie nutzt Hyperspektral-Technologie beispielsweise um Fremdstoffe in der Prozesskette auszusortieren oder um die Qualität von Lebensmitteln zu prüfen, wie Stoßstellen an Obst, die zu einem zu schnellen reifen der Produkte führen. Somit möchten das Startup mehr Nachhaltigkeit in die Supply Chain bringen. HAIP Solutions wurde von vier Studierenden der Leibniz Universität gegründet. Derzeit besteht das Team aus sieben Personen.
-
Hummex Analytics GmbH
Das Startup Hummex Analytics wurde 2025 mit dem Ziel gegründet, hochwertige Gasanalytik leichter zugänglich zu machen. Das vierköpfige Team aus dem Fachgebiet Sensorik und Messtechnik der LUH hat es mit der Gründung geschafft, ihre Technologie aus der Forschung an den Markt zu bringen. Die Kerntechnologie des Unternehmens ist der nicht-radioaktive Elektroneneinfangdetektor X-ECD, der eine Alternative zu den üblichen radioaktiven Detektoren für halogenierte Umweltkontaminationen darstellt, wie zum Beispiel Pestizide, Desinfektionsnebenprodukte und ozonabbauende Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Die nicht-radioaktive Methode birgt zeitliche Vorteile sowie Kostenersparnis in den Anwendungsbereichen Chemie, Lebensmittellaboren, Brauereien, Wasser, Umwelt und weiteren, da die bürokratischen Hürden und Sicherheitsmaßnahmen im Umgang mit radioaktiven Stoffen wegfallen. Neben dem X-ECD bietet das Team auch individuelle Software- und Elektronikentwicklung an und arbeitet daran die Kompatibilität des X-ECD mit noch mehr Gaschromatographen zu erhöhen. Durch die Weiterentwicklung der Analytik möchte das Unternehmen einen Beitrag zu Umweltschutz und Sicherheit leisten.
-
LIGARO
Mit LIGARO entwickelt ein interdisziplinäres Team um Florentine Adam, Tim Gatz und Leander Lehmann - gemeinsam mit Joanna Kappes und Mona Körding - neuartige, biogene Klebstofflösungen für die Holz-, Papier- und Verpackungsindustrie. Die Klebstoffe sind frei von formaldehydbasierten Vernetzern und biologisch abbaubar – und entsprechen damit den aktuellen regulatorischen Anforderungen an umweltfreundliche Holzleime, einschließlich der Vorgaben der EU-REACH-Verordnung. Besonders innovativ ist die Nutzung von Proteinen aus Reststoffen, wodurch ökologische und ökonomische Vorteile miteinander verbunden werden. Ziel ist es, die Klebstoffe flexibel einsetzbar zu machen und für unterschiedliche Anwendungen gezielt anpassbar zu gestalten. Für diese Entwicklung wurde LIGARO bereits mit dem 1. Platz beim Startup-Impuls Wettbewerb 2026 in der Kategorie „Hottest Innovation“ ausgezeichnet. Die Förderung läuft vom 1. November 2025 bis zum 31. Oktober 2026 und umfasst 140.000 Euro.
-
Phaeosynt GmbH
Seit 2021 arbeitet das Team von Phaenosynt an nachhaltiger und tierfreier Antikörperproduktion. 2023 erfolgte die Gründung des Startups, das 2025 den weltweit ersten veganen Schwangerschaftstest hey mela® entwickelte. Inzwischen arbeiten in dem Unternehmen 13 Wissenschaftler*innen aus den Bereichen Biotechnologie und Wirtschaft.
Die Produktion von Antikörpern ohne Tierzellen, die üblicherweise aus Insekten oder Mäusen gewonnen werden, gelingt dank der marinen Kieselalge Phaeodactylum tricornutum als eukaryotisches Expressionssystem für rekombinante Antikörper (Phaenobodies) und weitere Proteine. Durch die Verwendung der Alge können die Antikörper bei gleichbleibender Chargenqualität kostengünstiger produziert und flexibel angepasst werden. Daher richtet sich das Angebot an Diagnostikunternehmen, Biotech-Firmen und Forschungseinrichtung, die mit der tierfreien Antikörperlösung einen nachhaltigen und ethischen neuen Standard setzen können.
-
Nefino
Seit 2014 entwickelten Promovierende der Wirtschaftswissenschaften an der Leibniz Universität Hannover als wissenschaftliche Mitarbeiter gemeinsam innovative Lösungen für die Digitalisierung des Erneuerbare-Energien-Marktes. 2018 kam es zur Ausgründung aus der LUH und zur Gründung der Nefino GmbH. Mittlerweile beschäftigt die Firma 18 Mitarbeitende, darunter durch die gute Verbindung zur LUH auch Werkstudent*innen.
Nefino entwickelt innovative Data Analytics Software und bietet Softwarelösungen für den globalen Wind- und Photovoltaikenergiemarkt an. Zu ihren Leistungen zählen unter anderem Flächenpotenzialanalysen. Nefino kann mittels eigenem Geoinformationssystem Flächen unterschiedlicher Größe (von der kleinen Kommune bis hin zu ganzen Bundesländern) analysieren und die Eignung als Erneuerbare-Energien-Standort feststellen. Dabei werden über 100 verschiedene Flächenrestriktionen wie u.a. Naturschutz- und Bauschutzflächen, Infrastruktur, Höhenbeschränkungen, etc. beachtet.
Außerdem hat Nefino eine umfangreiche Windenergieanlagen-Datenbank aufgebaut, in der tagesaktuell jedes Windrad in Deutschland aufgelistet ist, inklusive Betreiberdaten, Siedlungsabständen und anderen marktrelevanten Informationen. Weitere Leistungen sind die Entwicklung von Dekarbonisierungsstrategien für Industrie und Gewerbe sowie Rückbaukostenprognosen für Windkraftanlagen.
Nefino bietet somit Services für die Planung bis hin zum Rückbau von Wind- und Solarenergieanlagen für verschiedenste Interessenten, von Stromanbietern und Windparkbetreibern, über Bundesländer sowie Flächeneigentümern und Kommunen.
Die Nefino GmbH plant, ihre Leistungen weiter auszubauen und langfristig der Standard-Daten- und Analysedienstleister für Windkraft und Photovoltaik in Deutschland zu werden sowie ihr Angebot auf andere Länder auszuweiten.
-
Mango.Bananen
Mango.Bananen ist ein ZeroWaste-Unternehmen, welches 2020 von zwei Studierenden in Hannover gegründet wurde. Es produziert jegliche Produkte selbst und verkauft diese dann (zusätzlich mit Produkten anderer Firmen) über den Onlineshop sowie auf regionalen Märkten. Dabei werden unter anderem wiederverwendbare Kaffeefilter, Teebeutel, Abschminkpads, Servietten, Taschentücher und vieles mehr genäht und hergestellt. Diese bestehen zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen: entweder aus Baumwolle oder aus Leinen. Auch das verwendete Garn und die Etiketten bestehen zu 100 % aus Bio-Baumwolle. Darüber hinaus wird für den Druck der Stoffbeutel ein Siebdruckverfahren mit nachhaltiger Farbe verwendet. Weitere Produkte sind Kleinigkeiten aus Sisal, wie Scheuerschwämme und Zaunkönignester, die von den Gründer*innen gehäkelt werden. Seit neuestem wird zudem eine selbst hergestellte, vegane Deocreme im Pfandglas angeboten. Auch hauseigene und nachhaltige Edelstahlflaschen, Spülbürsten und Kokosnussschalen sind in dem Sortiment vertreten, um den Kund*innen eine vielfältige Auswahl an plastikfreien und veganen ZeroWaste-Produkten zu ermöglichen.
Neben der Herstellung und dem Verkauf der Produkte kann auf der Website sowie über Instagram und Facebook ein nachhaltiger Lebensalltag nachvollzogen werden. Dazu zählen natürlich die Präsentation der Produkte, doch auch das Verwerten, Lagern und Verarbeiten von Lebensmitteln, ein nachhaltiger Konsum, das Reisen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und das Upcycling von Gegenständen und Kleidung. Denn eines der Leitideen ist, dass viele kleine Schritte jeder einzelnen Person einen großen Unterschied machen.
-
WasteSide
WasteSide ist eine Nachhaltigkeitsapp für Studierende, die mit Gamification nachhaltiges Verhalten fördert. Auf der Plattform können sich Teilnehmende gegenseitig in verschiedenen Challenges - also spielerischen Herausforderungen-, wie z.B. den Mehrwegbecher für den Kaffee-to-go wählen, herausfordern und durch umweltfreundliches Verhalten Punkte sammeln. Diese können dann gegen kleine Gutscheine und Preise eingelöst werden. Registriert euch hier!
Die Projektidee überzeugte 2023 das niedersächsische Umweltministerium, sodass das Team zu den Siegenden des Jugend-Klima-Wettbewerbs gehört. Mehr Informationen finden sich hier und auf Instagram oder LinkedIn.