Supply chain assessments from a social impact perspective:

enhancing social life cycle assessment for industrial applications using the example of the automotive industry

Verfasst von

Louisa Nickel

Abstract

Das steigende Bewusstsein für die gesellschaftlichen Auswirkungen von Produkten und Geschäftsprak- tiken veranlasst Stakeholder wie Kunden, Investoren und die Öffentlichkeit, verstärkt Transparenz und Verantwortlichkeit von Unternehmen einzufordern. Dies betont die Relevanz von Instrumenten wie dem Social Life Cycle Assessment (S-LCA), dass die sozialen Auswirkungen eines Produkts entlang seines gesamten Lebenszyklus analysiert und positive sowie negative Effekte auf Stakeholder wie Arbeitneh- mer, Lieferkettenakteure, lokale Gemeinschaften und Kunden aufzeigt. Trotz ihres Potenzials zur Förderung sozialer Nachhaltigkeit finden S-LCAs selten Anwendung und blei- ben in vielen Branchen, einschließlich der europäischen Automobilindustrie, in der Pilotphase. Die breite Anwendung stößt auf erhebliche Hürden, darunter methodische Widersprüche, Unsicherheiten, Zeitaufwand und die Schwierigkeit, belastbare soziale Daten entlang der Wertschöpfungsketten zu er- fassen. Um die Anwendbarkeit und den Nutzen der S-LCA für Branchen mit komplexen Produkten und Wertschöpfungsketten zu verbessern, vereint diese Arbeit konzeptionelle und empirische Analysen. Der konzeptionelle Teil untersucht die Entwicklung der Methode sowie ihre aktuellen Herausforderun- gen und schlägt darauf aufbauend neue Elemente vor. Diese umfassen ein standardisiertes Set aus Stakeholder-Gruppen, Wirkungskategorien und Indikatoren, ergänzt durch aktuelle soziale Themen der Automobilindustrie. Dadurch wird gezeigt, dass sich ein zentrales Set sozialer Themen definieren lässt, dass gleichzeitig branchenspezifische Anpassungen ermöglicht. Zusätzlich wird der Analytic Hierarchy Process als cut-off-Tool eingeführt, um die Systemgrenzen auf die relevantesten Stakeholder zu fokus- sieren. Kombiniert mit einer neuen Datenqualitätsbewertung und einer verfeinerten Wirkungsabschät- zung zielt die Methode darauf ab, die Präzision bei der Bewertung sozialer und sozioökonomischer Auswirkungen entlang komplexer Wertschöpfungsketten zu steigern. Empirisch demonstriert diese Ar- beit den Nutzen der verfeinerten Methode, indem sie die positiven und negativen potenziellen Auswir- kungen eines Bauteils des Volkswagen ID. Buzz und dessen multisektoraler Lieferkette darstellt. Gleichzeitig eröffnet sie einen neuen wissenschaftlichen Diskurs über den Einsatz von IT-Lösungen für produktspezifische S-LCA. Tests mit der LCA for Experts Software sowie eine generisches Hotspot- Analyse mit der Social Hotspot Database liefern wertvolle Erkenntnisse zu den Stärken und weiteren Forschungsbedarfen einer softwaregestützten, produkt-spezifischen S-LCA. Die verfeinerte Methode und die Experimente dieser Dissertation erweitern die wissenschaftliche Basis und enthüllen bislang unbekannte methodische Hindernisse und Widersprüche. Die neuen Elemente verbessern die Anwend- barkeit und den Nutzen der S-LCA, doch weitere Forschung und die Überwindung verbleibender Her- ausforderungen sind notwendig, um die Integration der S-LCA in die tägliche Geschäftspraxis zu er- möglichen und ihren langfristigen Mehrwert für Unternehmen und Gesellschaft zu maximieren.

Details

betreut von
Ulrike Grote
Organisationseinheit(en)
Institut für Umweltökonomik und Welthandel
Typ
Dissertation
Anzahl der Seiten
247
Publikationsdatum
19.02.2025
Publikationsstatus
Veröffentlicht
Ziele für nachhaltige Entwicklung
SDG 7 - Erschwingliche und saubere Energie, SDG 12 - Verantwortungsvoller Konsum und Produktion
Elektronische Version(en)
https://doi.org/10.15488/18528 (Zugang: Offen )